Inhaltsstoff

Acetyl Tetrapeptide-3

Wird für Haardichte eingesetzt; die Wirksamkeitsbelege stammen überwiegend von Rohstoffherstellern.

Kurzübersicht

Funktion
Peptid (Haardichte, Wirksamkeit begrenzt belegt)
Herkunft
Synthetisch
Produktbereiche
Haarpflege

Was es ist

Acetyl Tetrapeptide-3 ist ein synthetisch hergestelltes Peptid aus vier Aminosäurebausteinen, an dessen Ende eine Acetylgruppe sitzt. Peptide dieser Art werden gezielt entworfen und in Kosmetikrohstoffen meist in sehr geringen Anteilen eingesetzt, häufig in fertigen Wirkstoffkomplexen zusammen mit Pflanzenextrakten. Die Herkunft ist synthetisch. Das ist eine Sachinformation und keine Bewertung.

Die beworbene Funktion liegt im Bereich Haardichte und Verankerung des Haares. Hier ist eine Trennung wichtig, die in der Produktkommunikation regelmäßig verwischt wird: Die Sicherheitsfrage — verträgt die Haut den Stoff? — und die Wirksamkeitsfrage — hält er, was er verspricht? — sind zwei getrennte Fragen mit getrennter Datenlage. Die Einordnung oben bezieht sich ausschließlich auf die Sicherheitsfrage. Zur Wirksamkeit steht unten mehr.

Einordnung

Ergebnis
Niedriges Risiko
Vertrauen
gering
Evidenz
C — begrenzte Evidenz
Bezogen auf
Kosmetik, Haarpflege; Sicherheitsbetrachtung. Die Wirksamkeitsfrage ist davon getrennt und unten gesondert dargestellt

Warum

  • Zur Sicherheit: Peptide aus wenigen Aminosäurebausteinen sind körperähnliche Moleküle und werden in sehr geringen Einsatzmengen verwendet. Aus Molekülgröße und Einsatzmenge ergibt sich eine begrenzte Aufnahme über die Haut. Hinweise auf ein relevantes Reiz- oder Sensibilisierungspotenzial sind mir für diesen Stoff nicht bekannt — das ist jedoch das Fehlen von Hinweisen und nicht ein Nachweis von Unbedenklichkeit. Deshalb steht das Vertrauen auf gering.
  • Zur Wirksamkeit — hier liegt der eigentliche Punkt: Die verfügbaren Belege für haarwachstumsbezogene Effekte stammen überwiegend aus Untersuchungen der Rohstoffhersteller, oft an kleinen Teilnehmerzahlen und meist mit Wirkstoffkomplexen statt mit dem Einzelstoff. Unabhängige, ausreichend große Studien sind mir nicht bekannt. Damit ist die Wirksamkeit nicht widerlegt, aber sie ist auch nicht in einer Form belegt, die eine Wirkungsaussage gegenüber Kunden tragen würde.
  • Warum diese Unterscheidung praktisch wichtig ist: Ein Stoff kann gleichzeitig gut verträglich und in seiner Wirkung unzureichend belegt sein. Beides zusammen ergibt kein Sicherheitsproblem, aber ein Kommunikationsproblem. Wer Verträglichkeit als Beleg für Wirksamkeit verwendet, vertauscht zwei Fragen.
  • Was der Stoff im Produkt sicher leistet, hängt zusätzlich von Konzentration, Formulierung und Anwendungsart ab. Diese Angaben liegen hier nicht vor.

Wann die Einordnung abweicht

  • Haarausfall mit medizinischer Ursache: Ein Kosmetikprodukt ist keine Behandlung. Bei anhaltendem oder plötzlichem Haarverlust gehört die Ursache ärztlich oder dermatologisch abgeklärt. Diese Seite ersetzt das nicht und trifft keine Aussage zum Einzelfall.
  • Erwartungshaltung: Die Einordnung „niedriges Risiko“ betrifft die Verträglichkeit. Sie ist ausdrücklich keine Bestätigung, dass sich eine sichtbare Wirkung einstellt.
  • Empfindliche oder vorgeschädigte Kopfhaut: allgemein gilt die Verträglichkeit des gesamten Produkts, nicht die eines einzelnen Bestandteils. Peptide sind hier nicht der typische Auslöser, andere Bestandteile können es sein.
  • Wirkstoffkomplexe: Wird der Stoff als Teil eines Komplexes mit Pflanzenextrakten eingesetzt, betreffen Verträglichkeitsfragen häufiger den Extrakt als das Peptid. Das ist hier nicht mitbewertet.

Offene Punkte

  • Wirksamkeitsbelege: Die vorliegenden Untersuchungen stammen überwiegend von Rohstoffherstellern und wurden hier nicht im Wortlaut geprüft. Teilnehmerzahlen, Studiendesign, Vergleichsgruppe und Endpunkte sind offen. Solange das so ist, darf aus dieser Seite keine Wirkungsaussage abgeleitet werden.
  • Trennung von Einzelstoff und Wirkstoffkomplex: Ob berichtete Effekte dem Peptid, dem begleitenden Pflanzenextrakt oder der Kombination zuzuschreiben sind, ist hier nicht geklärt.
  • Sicherheitsdaten: keine geprüften Daten zu Sensibilisierung und Reizpotenzial für diesen Stoff. Das ist der Grund für das geringe Vertrauen trotz eingeordnetem niedrigem Risiko.
  • Regulatorischer Stand: nicht geprüft; der Eintrag in der EU-Datenbank CosIng ist mit Datum zu prüfen.
  • Konzentration im konkreten Produkt: liegt nicht vor.
  • Umweltdaten: nicht geprüft.

Bezogen auf: Aminosäuren und Peptide

  • Alanine — Aminosäure, feuchtigkeitsbindend
  • Arginine — Aminosäure (Pflege, pH-Einstellung)

Weitere Stoffe derselben Gruppe, für die bereits eine ausführliche Einordnung vorliegt.

Einordnung zuletzt geprüft:

Erfasst in folgenden Produkten

Diese Liste dokumentiert, in welchen Produkten der Inhaltsstoff bei der Erfassung angegeben war. Sie ist keine Aussage über diese Produkte und keine Empfehlung. Hersteller ändern Rezepturen; maßgeblich ist stets die INCI-Angabe auf der aktuellen Verpackung.

  • Rep-Hair

Belegquellen für das Vorkommen

  • Manual OCS Salon Manual Care 2026 Vom Auftraggeber bereitgestelltes Fachmanual

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