Alanine
Bindet Feuchtigkeit in der Haarfaser und macht die Oberfläche geschmeidiger.
Kurzübersicht
- Funktion
- Aminosäure, feuchtigkeitsbindend
- Herkunft
- Biotechnologisch
- Produktbereiche
- Haarpflege
Was es ist
Alanine ist eine Aminosäure, also einer der Grundbausteine, aus denen Eiweiße aufgebaut sind — auch das Keratin des Haares. Sie kommt im Körper und in Lebensmitteln vor und wird für kosmetische Zwecke meist biotechnologisch über Fermentation hergestellt. Die Herkunftsangabe „biotechnologisch“ trifft das zutreffend und ist eine Sachinformation, keine Bewertung.
In Haarpflegeprodukten wird Alanin als feuchtigkeitsbindender Bestandteil eingesetzt. Aminosäuren sind kleine, wasserlösliche Moleküle, die Wasser binden und in die Haarfaser eindringen können. Anders als bei den meisten Kosmetikbestandteilen ist der Stoff selbst sehr gut charakterisiert — er ist seit langem aus Ernährung, Medizin und Biochemie bekannt.
Einordnung
- Ergebnis
- Sehr niedriges Risiko
- Vertrauen
- mittel
- Evidenz
- B — gut belegt
- Bezogen auf
- Kosmetik, Haarpflege; Stoff mit sehr guter allgemeiner Charakterisierung, Konzentration im Produkt nicht dokumentiert
Warum
- Warum „sehr niedriges Risiko“: Es handelt sich um eine körpereigene, in Lebensmitteln enthaltene Aminosäure, die in Kosmetik in geringen Anteilen eingesetzt wird. Ein Reiz- oder Sensibilisierungspotenzial in dieser Anwendung ist nicht zu erwarten. Diese Einordnung stützt sich auf die sehr gute allgemeine Kenntnis des Stoffes, nicht auf produktspezifische Prüfdaten.
- Auch hier bleibt die Trennung wichtig: „Körpereigen“ ist kein Sicherheitsargument an sich. Es gibt körpereigene Stoffe, die in hoher Dosis problematisch sind. Ausschlaggebend sind Menge und Anwendung — und beide liegen hier im unauffälligen Bereich.
- Zur Wirkungsangabe: Dass Aminosäuren Wasser binden, ist gut belegt. Der Zusatz „unterstützt die Reparatur der Kutikula“ im Kurzfeld geht darüber hinaus. Kosmetik kann geschädigtes Haar glätten, auffüllen und geschmeidiger machen; eine echte Reparatur im biologischen Sinn findet im abgestorbenen Haar nicht statt. Das ist ein Sprachproblem, kein Sicherheitsproblem.
- Ohne Konzentrationsangabe bleibt auch hier gültig: Die Einordnung gilt dem Stoff in üblicher kosmetischer Verwendung, nicht einem bestimmten Produkt.
Wann die Einordnung abweicht
- Empfindliche oder vorgeschädigte Kopfhaut: Auch hier zählt die Verträglichkeit des gesamten Produkts. Dieser Bestandteil ist dabei nicht der typische Auslöser.
- Erwartungshaltung: „Sehr niedriges Risiko“ ist eine Aussage zur Verträglichkeit und keine Bestätigung eines sichtbaren Pflegeergebnisses.
- Der Kontext Kosmetik ist getrennt vom Kontext Lebensmittel oder Nahrungsergänzung zu betrachten. Aussagen dieser Seite gelten nur für die äußerliche Anwendung.
Offene Punkte
- Regulatorischer Stand: nicht geprüft; der Eintrag in der EU-Datenbank CosIng ist mit Datum zu prüfen.
- Belege für den Pflegeeffekt im fertigen Produkt: hier nicht geprüft.
- Konzentration im konkreten Produkt: liegt nicht vor.
- Umweltdaten: nicht geprüft. Bei einer körpereigenen Aminosäure ist die Fragestellung eine andere als bei synthetischen Polymeren; geprüft wurde sie hier dennoch nicht.
Verwandte Stoffe
Bezogen auf: Aminosäuren und Peptide
- Acetyl Tetrapeptide-3 — Peptid (Haardichte, Wirksamkeit begrenzt belegt)
- Arginine — Aminosäure (Pflege, pH-Einstellung)
Weitere Stoffe derselben Gruppe, für die bereits eine ausführliche Einordnung vorliegt.
Einordnung zuletzt geprüft:
Erfasst in folgenden Produkten
Diese Liste dokumentiert, in welchen Produkten der Inhaltsstoff bei der Erfassung angegeben war. Sie ist keine Aussage über diese Produkte und keine Empfehlung. Hersteller ändern Rezepturen; maßgeblich ist stets die INCI-Angabe auf der aktuellen Verpackung.
- Status Quo, Aqua Boost, Power Build, Soothe Plus
Belegquellen für das Vorkommen
- Manual OCS Salon Manual Care 2026 Vom Auftraggeber bereitgestelltes Fachmanual