Inhaltsstoff

Sodium Laureth Sulfate

Sorgt für wirksame Reinigung und Schaumbildung.

Kurzübersicht

Funktion
Anionisches Tensid
Herkunft
Synthetisch / pflanzlich abgeleitet
Produktbereiche
Haarpflege

Was es ist

Sodium Laureth Sulfate ist das meistverwendete Reinigungstensid in Shampoos. Es löst Fett und Schmutz vom Haar und sorgt für den Schaum, den die meisten Menschen mit Sauberkeit verbinden. Das „eth“ im Namen steht für einen Herstellungsschritt, die Ethoxylierung: Sie macht das Molekül milder als das nah verwandte Sodium Lauryl Sulfate, mit dem es häufig verwechselt wird.

Diese Verwechslung ist der Kern der öffentlichen Diskussion. Die beiden Stoffe unterscheiden sich in genau einem Punkt, aber dieser Punkt betrifft das Reizpotenzial. Wer über „Sulfate“ spricht, meint oft das eine und trifft das andere. Für die Einordnung ist deshalb wichtig, welcher der beiden Stoffe tatsächlich in der Liste steht.

Einordnung

Ergebnis
Niedriges Risiko
Vertrauen
mittel
Evidenz
C — begrenzte Evidenz
Bezogen auf
Kosmetik, äußerliche Anwendung auf Haar und Kopfhaut; ausspülbare Reinigungsprodukte mit kurzer Kontaktzeit; Konzentration im Produkt nicht dokumentiert

Warum

  • Die Verwechslung mit Sodium Lauryl Sulfate ist der häufigste Fehler in diesem Thema. Vieles, was über „Sulfate“ kursiert, stammt aus Untersuchungen mit dem nicht ethoxylierten Verwandten, der stärker reizt. Eine Übertragung ohne Prüfung ist unzulässig — die Stoffe sind verwandt, aber nicht austauschbar.
  • Warum die Einordnung „niedriges Risiko“ lautet: wegen der kurzen Kontaktzeit, der ausspülbaren Anwendung und der langen Verwendungsgeschichte. Reizungen sind möglich und treten bei empfindlicher Kopfhaut oder sehr häufiger Anwendung auf; das ist eine Frage der Dosis und der Häufigkeit, nicht der grundsätzlichen Verträglichkeit.
  • Reinigung bedeutet immer, Fett zu entfernen. Ein wirksames Tensid entfernt auch einen Teil des hauteigenen Fettfilms — das ist kein Fehler, sondern die Funktion. Trockene Kopfhaut nach dem Waschen ist deshalb eher eine Frage der Waschhäufigkeit und der Rezeptur insgesamt als die Schuld eines einzelnen Stoffes.
  • „Sulfatfrei“ ist eine Aussage über einen Rohstoff, nicht über Milde. In sulfatfreien Rezepturen stehen andere Tenside, die eigene Eigenschaften mitbringen und nicht automatisch besser verträglich sind. Der Verzicht ist ein Tausch, kein Wegfall.
  • Ein eigener Punkt ist die Herstellung: Bei der Ethoxylierung können Nebenprodukte entstehen, die im Rohstoff verbleiben. Die Hersteller entfernen sie üblicherweise, aber die Reinheit des Rohstoffs ist aus der Zutatenliste nicht ablesbar — dasselbe Muster wie bei Cocamidopropyl Betaine.

Wann die Einordnung abweicht

  • Empfindliche, gereizte oder zu Ekzemen neigende Kopfhaut: Hier ist die Reizschwelle niedriger; Waschhäufigkeit und Rezeptur sind die Stellschrauben.
  • Sehr häufiges Waschen: Die Belastung entsteht durch die Summe der Anwendungen, nicht durch die einzelne.
  • Augenkontakt: Tenside reizen die Augen; bei Kindern praktisch besonders relevant.
  • Produkte, die auf der Haut verbleiben: Die Einordnung geht ausdrücklich von ausspülbarer Anwendung aus und gilt für andere Anwendungsformen nicht.
  • Beruflicher Kontakt: tägliches Waschen vieler Köpfe bedeutet Feuchtarbeit und häufigen Tensidkontakt an den Händen — die häufigste Ursache berufsbedingter Hautprobleme im Friseurhandwerk.

Offene Punkte

  • Konzentration im konkreten Produkt: liegt nicht vor. Sie bestimmt maßgeblich, wie stark gereinigt und wie stark gereizt wird.
  • Reinheit des eingesetzten Rohstoffs: nicht dokumentiert und aus der Zutatenliste nicht ablesbar. Zu Nebenprodukten der Ethoxylierung bestehen Grenzwerte und Prüfverfahren; sie sind hier nicht geprüft und werden nicht aus zweiter Hand zitiert.
  • Direkter Vergleich des Reizpotenzials mit Sodium Lauryl Sulfate: hier nicht mit Daten belegt. Die Aussage oben beschreibt den Unterschied im Aufbau, nicht das Ergebnis einer Prüfreihe.
  • Regulatorischer Stand: nicht geprüft; Angaben zu Verwendung und Höchstmengen werden nicht aus zweiter Hand zitiert.

Bezogen auf: Tenside

Weitere Stoffe derselben Gruppe, für die bereits eine ausführliche Einordnung vorliegt.

Einordnung zuletzt geprüft:

Erfasst in folgenden Produkten

Diese Liste dokumentiert, in welchen Produkten der Inhaltsstoff bei der Erfassung angegeben war. Sie ist keine Aussage über diese Produkte und keine Empfehlung. Hersteller ändern Rezepturen; maßgeblich ist stets die INCI-Angabe auf der aktuellen Verpackung.

  • Wella Nutricurls Micellar Curls Shampoo

Belegquellen für das Vorkommen

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