Inhaltsstoff

2-Methylresorcinol

Steuert Farbton und Nuancierung.

Kurzübersicht

Funktion
Kuppler für oxidative Haarfarbe
Herkunft
Synthetisch
Produktbereiche
Haarfarbe

Was es ist

2-Methylresorcinol ist ein Resorcinderivat: ein Benzolring mit zwei Hydroxygruppen und einer zusätzlichen Methylgruppe. In dauerhaften Haarfarben wirkt es als Kuppler und steuert dort vor allem Farbton und Nuancierung, insbesondere im Bereich grünlich-matter und aschiger Töne. Die Herkunft ist synthetisch. Das ist eine Sachinformation und keine Bewertung.

Wichtig für das Verständnis: 2-Methylresorcinol ist nicht dasselbe wie Resorcin. Beide sind chemisch verwandt, aber die zusätzliche Methylgruppe verändert Eigenschaften wie Reaktivität und Verteilung im Körper. Aussagen über Resorcin dürfen deshalb nicht ungeprüft auf diesen Stoff übertragen werden — genau das geschieht in der öffentlichen Diskussion aber häufig.

Einordnung

Ergebnis
Erhöhte Aufmerksamkeit
Vertrauen
mittel
Evidenz
C — begrenzte Evidenz
Bezogen auf
Kosmetik, oxidative Haarfarbe, professionelle Anwendung mit begrenzter Einwirkzeit und anschließendem Ausspülen

Warum

  • Warum „erhöhte Aufmerksamkeit“: Resorcinderivate zählen zu den Bestandteilen oxidativer Haarfarben, die als mögliche Auslöser einer Kontaktsensibilisierung gelten. Die Einordnung folgt dieser Stoffgruppenzugehörigkeit. Sie ist keine Feststellung, dass der Stoff in der vorgesehenen Anwendung Schaden verursacht.
  • Der wichtigste methodische Punkt bei diesem Stoff ist die Abgrenzung von Resorcin. In Diskussionen wird Resorcin häufig mit Wirkungen auf die Schilddrüse in Verbindung gebracht. Diese Diskussion betrifft eine andere Substanz, andere Aufnahmewege und andere Mengen. Sie wird hier ausdrücklich nicht auf 2-Methylresorcinol übertragen, weil eine solche Übertragung ohne Prüfung methodisch unzulässig wäre.
  • Exposition: Der Stoff wird als Teil der Farbcreme unmittelbar vor der Anwendung gemischt, wirkt begrenzte Zeit ein und wird ausgespült. Ein Teil reagiert dabei zum Farbstoff ab. Die verbleibende Exposition ist kurz und wiederholt sich typischerweise im Abstand von Wochen.
  • Hazard und Risiko trennen: Sensibilisierungspotenzial ist eine Stoffeigenschaft. Ob eine Person betroffen ist, hängt von vorbestehender Sensibilisierung, Hautzustand und Kontaktintensität ab und nicht allein vom Vorhandensein des Stoffes in der Zutatenliste.
  • Ohne Konzentrationsangabe bleibt dies eine Aussage über die Stoffeigenschaft und keine Risikoaussage für ein bestimmtes Produkt.

Wann die Einordnung abweicht

  • Bekannte Haarfarben-Allergie: dermatologisch abklären, bevor erneut gefärbt wird.
  • Verletzte oder entzündete Kopfhaut: veränderte Hautbarriere, veränderte Aufnahme.
  • Beruflich Tätige: wiederholter Kontakt über Jahre; entscheidend sind Handschutz und Arbeitsweise.
  • Anwendung an Wimpern und Augenbrauen: nicht vorgesehen und von dieser Einordnung nicht abgedeckt.
  • Schwangerschaft und Stillzeit: Hierzu wird bewusst keine eigene Aussage getroffen, weil belastbare Daten zu diesem Stoff hier nicht vorliegen. Ein pauschales „unbedenklich“ wäre ebenso unbelegt wie eine pauschale Warnung.

Offene Punkte

  • Regulatorischer Stand: keine Höchstmenge und kein Anhang-Verweis aus zweiter Hand. Der Eintrag in der EU-Datenbank CosIng ist mit Datum zu prüfen.
  • Substanzspezifische Sensibilisierungs- und Toxizitätsdaten wurden hier nicht ausgewertet; die Einordnung stützt sich auf Stoffgruppenwissen.
  • Verhältnis zu Resorcin: Die Frage, welche Aussagen zu Resorcin fachlich überhaupt auf Methylresorcin übertragbar sind, ist offen und wäre gesondert zu prüfen. Bis dahin wird nicht übertragen.
  • Konzentration im konkreten Produkt: liegt nicht vor.
  • Umweltdaten: nicht geprüft.

Bezogen auf: Farbstoffvorläufer und Kuppler

Weitere Stoffe derselben Gruppe, für die bereits eine ausführliche Einordnung vorliegt.

Einordnung zuletzt geprüft:

Erfasst in folgenden Produkten

Diese Liste dokumentiert, in welchen Produkten der Inhaltsstoff bei der Erfassung angegeben war. Sie ist keine Aussage über diese Produkte und keine Empfehlung. Hersteller ändern Rezepturen; maßgeblich ist stets die INCI-Angabe auf der aktuellen Verpackung.

  • Schwarzkopf IGORA ROYAL Absolutes

Belegquellen für das Vorkommen

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