Cetrimonium Chloride
Bestandteil eines Rohstoffs, der sich an die Haaroberfläche anlagert, die statische Aufladung verringert und das Kämmen erleichtert.
Kurzübersicht
- Funktion
- Emulgator, Conditioner
- Herkunft
- Synthetisch (pflanzliche Fettsäuren)
- Produktbereiche
- Dauerwelle, Haarpflege, Haarstyling, Glättungsmittel
Was es ist
Cetrimonium Chloride ist eine quaternäre Ammoniumverbindung und damit ein naher Verwandter von Behentrimonium Chloride. Der Unterschied liegt in der Länge der Fettkette: Sie geht hier auf Cetylalkohol zurück und ist deutlich kürzer. Das Wirkprinzip ist dasselbe — die dauerhaft positive Ladung lagert sich an der negativ geladenen Haaroberfläche an, bevorzugt an geschädigten Stellen.
Weil der Stoff kürzerkettig und dadurch besser wasserlöslich ist, wird er breiter eingesetzt: in Spülungen, aber auch in Umformungs- und Glättungsprodukten, wo er zusätzlich als Emulgator wirkt. Wie bei allen Stoffen dieser Gruppe beruht die Wirkung auf dem Verbleib auf der Faser; in die Faser eingebaut wird nichts.
Einordnung
- Ergebnis
- Niedriges Risiko
- Vertrauen
- mittel
- Evidenz
- C — begrenzte Evidenz
- Bezogen auf
- Kosmetik, äußerliche Anwendung auf Haar und Kopfhaut; überwiegend ausspülbare Produkte, daneben Umformung und Glättung; Konzentration im Produkt nicht dokumentiert
Warum
- Das Wirkprinzip ist eine Ladung, kein Nährstoff. Was als Pflege wahrgenommen wird, ist ein Oberflächeneffekt: weniger Reibung, weniger statische Aufladung, leichteres Kämmen. Ein realer Nutzen, aber keine Reparatur.
- Die kürzere Fettkette ist der Unterschied zum Verwandten Behentrimonium Chloride. Sie macht den Stoff wasserlöslicher und breiter einsetzbar. Für das Reizpotenzial gilt als allgemeine Erfahrung, dass kürzerkettige Vertreter dieser Gruppe eher reizend wirken als längerkettige; das ist eine Einordnung der Stoffklasse und hier nicht mit Daten belegt.
- Rohstoff und Produkt sind zu trennen. Der konzentrierte Rohstoff ist augen- und hautreizend; im fertigen Produkt liegt der Stoff stark verdünnt vor und wird bei Spülungen zudem ausgespült. Beide Aussagen stimmen und beschreiben verschiedene Situationen.
- Warum die Einordnung „niedriges Risiko“ lautet: wegen der überwiegend ausspülbaren Anwendung, der kurzen Kontaktzeit und der Molekülgröße, die eine nennenswerte Aufnahme über die intakte Haut unwahrscheinlich macht. Für Produkte, die auf der Kopfhaut verbleiben, wäre die Frage neu zu stellen.
- Nicht übertragbar: Die Diskussion um quaternäre Ammoniumverbindungen als Desinfektionsmittel, etwa Benzalkoniumchlorid, betrifft andere Moleküle in anderen Konzentrationen und Anwendungen. Die gemeinsame Stoffklasse begründet keine gemeinsame Bewertung.
Wann die Einordnung abweicht
- Gereizte, verletzte oder entzündete Kopfhaut: Die Einordnung gilt für intakte Haut.
- Produkte, die auf Haar und Kopfhaut verbleiben: längere Kontaktzeit; hier ist die Einordnung weniger belastbar als bei ausspülbaren Produkten.
- Augenkontakt: Kationische Tenside reizen die Augen; beim Auftragen und Ausspülen praktisch relevant.
- Feines Haar und häufige Anwendung: Ein Belag wird eher als beschwerend empfunden. Das betrifft das Ergebnis, nicht die Sicherheit.
- Beruflicher Kontakt: tägliche Anwendung an vielen Köpfen gegenüber gelegentlicher Anwendung an einem.
Offene Punkte
- Konzentration im konkreten Produkt: liegt nicht vor. Sie entscheidet hier viel, weil der Stoff sowohl als Pflegestoff als auch als Emulgator eingesetzt wird und die Mengen dabei unterschiedlich ausfallen.
- Vergleich des Reizpotenzials zwischen kurz- und langkettigen Vertretern: hier nicht mit Daten belegt. Die Aussage oben ist eine Einordnung der Stoffklasse.
- Regulatorischer Stand: nicht geprüft; Angaben zu Verwendung und Höchstmengen werden nicht aus zweiter Hand zitiert.
Verwandte Stoffe
Bezogen auf: Kationische Pflegestoffe
- Behenamidopropyl Dimethylamine — Conditioner, Antistatikum
- Behentrimonium Chloride — Kationische Pflege, Entwirrer
- Polyquaternium-10 — Kämmbarkeit, Pflege
- Polyquaternium-7 — Kationisches Pflegepolymer
Weitere Stoffe derselben Gruppe, für die bereits eine ausführliche Einordnung vorliegt.
Einordnung zuletzt geprüft:
Erfasst in folgenden Produkten
Diese Liste dokumentiert, in welchen Produkten der Inhaltsstoff bei der Erfassung angegeben war. Sie ist keine Aussage über diese Produkte und keine Empfehlung. Hersteller ändern Rezepturen; maßgeblich ist stets die INCI-Angabe auf der aktuellen Verpackung.
- OCS Think Curl Lotion
- Kérastase Première Bain Décalcifiant Réparateur
- Matrix Setter Mousse
- Schwarzkopf Strait Styling Glatt
Belegquellen für das Vorkommen
- Manual OCS Salon Manual Curl 2026 Vom Auftraggeber bereitgestelltes Fachmanual
- Hersteller Kérastase Première Bain Décalcifiant Réparateur Offizielle Quelle öffnen
- Hersteller Matrix Setter Mousse Offizielle Quelle öffnen
- Hersteller Schwarzkopf Professional Strait Styling Glatt Offizielle Quelle öffnen