Inhaltsstoff

Polyquaternium-7

Lagert sich an die Haaroberfläche an, verringert die statische Aufladung und erleichtert das Kämmen.

Kurzübersicht

Funktion
Kationisches Pflegepolymer
Herkunft
Synthetisch
Produktbereiche
Haarpflege, Haarstyling

Was es ist

Polyquaternium-7 ist ein kationisches Pflegepolymer. Haar ist an der Oberfläche negativ geladen, besonders nach Blondierung oder Farbe; das positiv geladene Polymer lagert sich dort an, verringert die statische Aufladung und erleichtert das Kämmen. Weil es zugleich einen Film bildet, steht es sowohl in Shampoos und Spülungen als auch in Stylingprodukten.

Für die Einordnung ist ein Herstellungsdetail wichtiger als die Anwendung. Der Stoff entsteht aus zwei Bausteinen, von denen einer Acrylamid ist. Das Polymer selbst ist unauffällig und zu groß, um in die Haut einzudringen — die berechtigte Frage betrifft ausschließlich das, was von diesem Baustein unverbunden im Rohstoff zurückbleibt.

Einordnung

Ergebnis
Niedriges Risiko
Vertrauen
mittel
Evidenz
C — begrenzte Evidenz
Bezogen auf
Kosmetik, äußerliche Anwendung auf Haar und Kopfhaut; hier ausspülbare Pflegeprodukte und ein Stylingprodukt, das auf dem Haar verbleibt; Konzentration im Produkt nicht dokumentiert

Warum

  • Warum die Einordnung „niedriges Risiko“ lautet: Das Molekül ist groß, stark geladen und wasserlöslich. Solche Polymere dringen nicht durch die intakte Haut. Die Anwendung ist äußerlich, in Shampoos und Spülungen zudem ausspülbar.
  • Der Baustein ist nicht das Polymer. Acrylamid als Einzelmolekül ist ein bekannter Nervenschadstoff. Sobald es in die Polymerkette eingebaut ist, hat es diese Eigenschaften nicht mehr — es ist chemisch gebunden und nicht mehr beweglich. Diese Unterscheidung ist der Kern des Themas und wird in der öffentlichen Diskussion regelmäßig übersprungen.
  • Die berechtigte Frage ist die Reinheit. Bei der Herstellung bleibt ein Rest unverbundenes Acrylamid zurück; deshalb ist ein eigener Verfahrensschritt üblich, der diesen Rest gezielt beseitigt. Wie gut das beim konkreten Rohstoff gelungen ist, steht nicht in der Zutatenliste — dasselbe Muster wie bei Sodium Laureth Sulfate und Cocamidopropyl Betaine.
  • Kurzfelder korrigiert: Die Funktion lautete „Filmbildner / Polymer“ und die Begründung „Unterstützt Halt, Textur, Kämmbarkeit oder Formulierungsstabilität“ — eine Aufzählung mit „oder“, die auf jedes beliebige Polymer passt. Beides beschreibt jetzt in allen vier Sprachen, was dieser Stoff tatsächlich tut, und ist damit an die Formulierung bei den verwandten kationischen Pflegestoffen angeglichen.
  • Aufbau ist auch hier das praktische Thema. Kationische Polymere lagern sich an und werden nicht vollständig ausgespült; genau darauf beruht die Wirkung. Bei feinem Haar und häufiger Anwendung kann das beschweren. Das ist eine Frage der Pflegeroutine und keine Sicherheitsfrage.

Wann die Einordnung abweicht

  • Feines oder ohnehin beschwertes Haar: Die Anlagerung ist die Funktion; bei häufiger Anwendung wird sie sichtbar.
  • Gereizte oder verletzte Kopfhaut: Über eine gestörte Hautbarriere gilt die Annahme fehlender Aufnahme nicht ohne Weiteres.
  • Augenkontakt: beim Haarewaschen praktisch relevant, bei Kindern besonders.
  • Beruflicher Kontakt: tägliche Anwendung an vielen Köpfen bedeutet eine höhere Gesamtbelastung an den Händen.
  • Produkte, die auf dem Haar verbleiben: In einem Stylingprodukt endet die Kontaktzeit nicht mit dem Ausspülen.

Offene Punkte

  • Konzentration im konkreten Produkt: liegt nicht vor.
  • Restgehalt an unverbundenem Acrylamid im eingesetzten Rohstoff: nicht dokumentiert und aus der Zutatenliste nicht ablesbar. Grenzwerte und Prüfverfahren bestehen; sie sind hier nicht geprüft und werden nicht aus zweiter Hand zitiert.
  • Anteil der beiden Bausteine im konkreten Rohstoff: nicht dokumentiert. Er bestimmt die Ladungsdichte und damit das Anlagerungsverhalten und schwankt zwischen den Handelsqualitäten erheblich.
  • Daten zur Häufigkeit von Kontaktallergien gegen diesen einzelnen Stoff: hier nicht ausgewertet.
  • Regulatorischer Stand: nicht geprüft; Angaben zu Verwendung und Höchstmengen werden nicht aus zweiter Hand zitiert.

Quellen zur Einordnung

Bezogen auf: Kationische Pflegestoffe

Weitere Stoffe derselben Gruppe, für die bereits eine ausführliche Einordnung vorliegt.

Einordnung zuletzt geprüft:

Erfasst in folgenden Produkten

Diese Liste dokumentiert, in welchen Produkten der Inhaltsstoff bei der Erfassung angegeben war. Sie ist keine Aussage über diese Produkte und keine Empfehlung. Hersteller ändern Rezepturen; maßgeblich ist stets die INCI-Angabe auf der aktuellen Verpackung.

  • Kérastase Première Bain Décalcifiant Réparateur
  • Kérastase Chroma Absolu Bain Chroma Respect
  • Matrix Setter Mousse

Belegquellen für das Vorkommen

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