Personalkosten und Lohnkalkulation im Salon entscheiden oft darüber, ob ein Friseurbetrieb dauerhaft wirtschaftlich arbeitet. Denn Personal ist im Friseurhandwerk der mit Abstand größte Kostenblock eines Salons. Wer diese Kosten falsch einschätzt, kalkuliert dadurch häufig auch seine Preise zu niedrig.
Dieser Artikel erklärt, welche Kosten neben dem Bruttolohn wirklich anfallen und wie sich Lohnkosten korrekt kalkulieren lassen. Dabei geht es sowohl um gesetzliche Vorgaben als auch um branchenübliche Vergleichswerte. Am Ende steht außerdem der Bezug zur eigenen Preiskalkulation im Salon.
Personalkosten und Lohnkalkulation im Salon: Warum beides zusammengehört

Beide Themen hängen im Salonalltag untrennbar zusammen. Wer die tatsächlichen Personalkosten nicht kennt, kann Dienstleistungen dadurch kaum richtig bepreisen. So entstehen Preise, die zwar wettbewerbsfähig wirken, langfristig aber die Kosten nicht decken. Eine realistische Lohnkalkulation schützt deshalb direkt die Wirtschaftlichkeit des gesamten Salons.
Der gesetzliche Mindestlohn als Untergrenze
Zum 1. Januar 2026 steigt der gesetzliche Mindestlohn auf 13,90 Euro pro Stunde. Ab 2027 ist laut Zentralverband des Deutschen Friseurhandwerks eine weitere Erhöhung auf 14,60 Euro geplant. Gleichzeitig steigt die Minijob-Verdienstgrenze 2026 auf 603 Euro monatlich. Salons sollten diese Werte deshalb bei jeder Lohnplanung aktuell halten.
Vom Bruttolohn zu den tatsächlichen Personalkosten
Der Bruttolohn ist nur der Ausgangspunkt der echten Personalkosten. Hinzu kommen Arbeitgeberanteile zur Sozialversicherung, Urlaubsansprüche, mögliche Krankheitstage und Sonderzahlungen. Auch Berufsgenossenschaftsbeiträge sowie Umlagen für Krankheit und Insolvenzgeld zählen dazu. Wer nur mit dem Bruttolohn rechnet, unterschätzt die realen Kosten daher deutlich.
Lohnnebenkosten: Was Arbeitgeber zusätzlich zahlen
Bei den Sozialversicherungsbeiträgen zahlt der Arbeitgeber 2026 rund 21 Prozent des Bruttolohns zusätzlich. Die Rentenversicherung liegt dabei laut Deutscher Rentenversicherung bei 9,3 Prozent Arbeitgeberanteil. Hinzu kommen die Arbeitslosenversicherung mit 1,3 Prozent sowie die Krankenversicherung mit rund 8,75 Prozent. Die Pflegeversicherung ergänzt diese Summe hingegen mit etwa 1,8 Prozent Arbeitgeberanteil.
Personalkosten und Lohnkalkulation im Salon: Die Personalkostenquote als Richtwert
Beide Themen lassen sich gut über die Personalkostenquote miteinander vergleichen. Diese Quote setzt alle Personalkosten ins Verhältnis zum Umsatz eines Salons. Laut handwerk magazin liegt der Richtwert im Friseurhandwerk bei rund 41 Prozent vom Umsatz. Weicht der eigene Salon stark davon ab, lohnt sich dadurch ein genauerer Blick auf Auslastung und Preise.
Minijobs und Teilzeitkräfte richtig kalkulieren
Sie wirken auf den ersten Blick günstig, verursachen aber ebenfalls Pauschalabgaben für den Arbeitgeber. Dazu zählen unter anderem Beiträge zur Renten- und Krankenversicherung sowie eine Pauschsteuer. Teilzeitkräfte verursachen zudem anteilige Fixkosten wie Fortbildungen oder Arbeitskleidung. Eine saubere Kalkulation berücksichtigt deshalb auch diese oft unterschätzten Posten.
Ausbildungsvergütung und ihre Kosten für den Betrieb
Auch Auszubildende verursachen reale Personalkosten, obwohl sie noch nicht voll produktiv arbeiten. Die Mindestvergütung liegt 2026 im ersten Lehrjahr bei 724 Euro monatlich und steigt bis zum vierten Jahr auf 1.014 Euro. Hinzu kommen Arbeitgeberanteile zur Sozialversicherung sowie Kosten für Berufsschule und Ausbildungsmaterial. Wer diese Investition realistisch einplant, profitiert dabei langfristig von gut ausgebildetem eigenem Nachwuchs. Mehr zur strukturierten Planung der Ausbildung bietet der Artikel Ausbildung im Friseurhandwerk.
Personalkosten in die Preiskalkulation einrechnen
Am Ende müssen alle Personalkosten wieder in die Preise des Salons zurückfließen. Nur so bleibt ein Salon trotz steigender Lohnkosten dauerhaft wirtschaftlich. Eine vollständige Methode dazu bietet der Artikel Preise im Friseursalon richtig kalkulieren. Wer beide Themen gemeinsam betrachtet, kalkuliert dadurch deutlich sicherer.
Personalkosten und Lohnkalkulation im Salon: Fazit
Beide Themen verdienen mehr Aufmerksamkeit als reine Bruttolohnzahlen. Erst Lohnnebenkosten, Personalkostenquote und Ausbildungskosten ergeben zusammen ein realistisches Bild. Wer diese Faktoren regelmäßig prüft, sichert dadurch die Wirtschaftlichkeit seines Salons langfristig ab. Salons, die ihre Personalplanung strukturiert angehen möchten, können jederzeit eine Zusammenarbeit mit TerraNova anfragen.
Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Rechts-, Steuer- oder Finanzberatung.