Strategie & Kennzahlen

Kennzahlen im Friseursalon: Die 7 wichtigsten Werte

Die sieben wichtigsten Kennzahlen im Friseursalon: Welche Zahlen regelmäßig geprüft werden sollten und was sich daraus ableiten lässt.

Kennzahlen im Friseursalon zeigen, ob ein gut besuchter Salon auch wirtschaftlich gesund ist. Entscheidend ist dabei nicht nur, wie viel Umsatz der Salon erzielt, sondern auch, wie dieser Umsatz entsteht. Ebenso wichtig sind die Kosten dahinter und der Betrag, der am Ende tatsächlich für Rücklagen, Investitionen und Unternehmerlohn verbleibt.

Die folgenden sieben Kennzahlen im Friseursalon bilden eine praxistaugliche Grundlage. Sie ersetzen keine individuelle betriebswirtschaftliche Auswertung, helfen aber dabei, Entwicklungen frühzeitig zu erkennen und gezielter zu handeln.

Die 7 wichtigsten Kennzahlen im Friseursalon im Überblick
Erst im Zusammenspiel ergeben die sieben Werte ein vollständiges Bild.

1. Kennzahlen im Friseursalon: Gesamtumsatz und Umsatzentwicklung

Der Monatsumsatz zeigt zunächst die wirtschaftliche Größenordnung. Seine Aussagekraft zeigt sich jedoch erst im Vergleich: zum Vormonat, zum gleichen Monat des Vorjahres und zum geplanten Ziel. Salons sollten dabei zudem saisonale Schwankungen berücksichtigen.

Die zentrale Frage lautet dabei nicht nur, wie hoch der Umsatz war. Ebenso wichtig ist die Frage, warum er sich verändert hat. Mögliche Ursachen sind mehr oder weniger Kunden, Preisänderungen, eine veränderte Teamgröße, Ausfälle oder eine andere Auslastung.

2. Umsatz pro produktiver Arbeitsstunde

Diese Kennzahl verbindet den erzielten Dienstleistungsumsatz mit der tatsächlich am Kunden geleisteten Zeit. Sie macht dadurch sichtbar, ob Preise, Behandlungsdauer und Terminplanung wirtschaftlich zusammenpassen.

Ein niedriger Wert kann auf zu geringe Preise, zu lange Behandlungszeiten, viele Leerlaufzeiten oder eine ungünstige Leistungsstruktur hinweisen. Wichtig ist dabei, nicht einzelne Mitarbeitende vorschnell zu bewerten, sondern zunächst die Rahmenbedingungen zu prüfen.

3. Durchschnittlicher Umsatz pro Kundenbesuch

Der Durchschnittsbon zeigt, welcher Umsatz im Mittel pro Besuch entsteht. Leistungsumfang, Preisniveau, Zusatzleistungen und Produktverkauf beeinflussen ihn dabei maßgeblich.

Eine sinnvolle Analyse unterscheidet zwischen Kundengruppen und Leistungsarten. Ein steigender Durchschnittsbon ist positiv, wenn er aus passenden Leistungen und nachvollziehbaren Preisen entsteht. Er ist dagegen kein gutes Zeichen, wenn gleichzeitig die Besuchshäufigkeit oder Kundenzufriedenheit sinkt.

4. Personalkostenquote

Die Personalkostenquote setzt sämtliche Personalkosten ins Verhältnis zum Umsatz. Dazu gehören nicht nur Bruttolöhne, sondern auch Arbeitgeberanteile, Urlaub, Krankheit, Sonderzahlungen und weitere personalbezogene Kosten.

Salons sollten die Kennzahl immer gemeinsam mit Produktivität, Teamstruktur und Auslastung betrachten. Eine hohe Quote kann beispielsweise auf schwache Auslastung oder eine unpassende Preisstruktur hinweisen. Sie kann aber auch vorübergehend durch Einarbeitung, Wachstum oder strategische Personalentscheidungen entstehen. Wie sich die eigenen Personalkosten korrekt kalkulieren lassen, zeigt der Artikel Personalkosten und Lohnkalkulation im Salon.

5. Wareneinsatzquote

Die Wareneinsatzquote zeigt, wie viel Material der Salon im Verhältnis zum Umsatz verbraucht. Insbesondere bei Farb- und Pflegeleistungen lohnt sich eine saubere Betrachtung.

Steigt die Quote, sollten Salons Rezepturen, Dosierung, Einkaufspreise, Lagerbestände und die Kalkulation der Leistungen überprüfen. Das Ziel ist dabei nicht, an Qualität zu sparen, sondern Materialeinsatz und Preisgestaltung transparent miteinander zu verbinden.

6. Auslastung und Leerlaufzeiten

Die Auslastung beschreibt, welcher Anteil der verfügbaren produktiven Zeit tatsächlich mit Kunden belegt ist. Eine volle Terminansicht kann dabei täuschen: Große Zeitfenster können blockiert sein, oder das Team plant Behandlungen zu lang ein. Auch fehlerhaft erfasste Ausfälle verzerren das Bild zusätzlich.

Eine gute Auslastungsanalyse betrachtet daher verfügbare Stunden, gebuchte Stunden, tatsächlich geleistete Stunden und kurzfristige Ausfälle getrennt. Erst dann lassen sich Arbeitszeiten und Terminstrukturen sinnvoll anpassen.

7. Kennzahlen im Friseursalon: Betriebsergebnis und Liquidität

Umsatz ist nicht gleich Gewinn – und Gewinn ist nicht gleich verfügbare Liquidität. Das Betriebsergebnis zeigt, ob der Salon nach Abzug der betrieblichen Kosten wirtschaftlich arbeitet. Die Liquidität wiederum zeigt, ob der Salon Rechnungen, Gehälter, Steuern und Investitionen zum richtigen Zeitpunkt bezahlen kann.

Salons sollten beide Größen regelmäßig planen. Rücklagen für Steuern, Reparaturen, saisonale Schwankungen und Investitionen gehören zudem zu einer stabilen Unternehmensführung. Wie sich die Liquidität gezielt und vorausschauend planen lässt, zeigt der Artikel Liquiditätsplanung im Friseursalon.

So entstehen aus Kennzahlen im Friseursalon konkrete Entscheidungen

Salon-Kennzahlen-Dashboard am Bildschirm mit Umsatz, Terminen und Kennzahlen im Überblick
In der Praxis laufen die Kennzahlen meist in einem Dashboard zusammen – die Interpretation bleibt trotzdem Aufgabe der Salonleitung.

Kennzahlen sind kein Selbstzweck. Sie gewinnen erst an Wert, wenn aus ihnen konkrete Fragen und Maßnahmen entstehen:

  • Welche Entwicklung weicht vom Plan ab?
  • Was ist die wahrscheinlichste Ursache?
  • Welche Maßnahme lässt sich beeinflussen?
  • Wer übernimmt die Verantwortung?
  • Wann prüft das Team die Wirkung?

Ein monatliches Kennzahlen-Dashboard mit wenigen, gepflegten Werten ist meist hilfreicher als eine große Auswertung, die das Team nur unregelmäßig betrachtet.

Wer diese Werte nicht nur intern beobachten, sondern auch mit anderen Salons vergleichen möchte, findet ebenfalls passende Vergleichswerte. Weiterführende Hinweise dazu bietet der Artikel Benchmarking im Friseursalon. Einen neutralen Einstieg in branchenweite Betriebsvergleiche bieten zudem die Branchenkennzahlen und Betriebsvergleiche der Handwerkskammer Ostwestfalen-Lippe.

Hinweis

Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Rechts-, Steuer- oder Finanzberatung.

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